Victory beim Ironman 70.3 Lanzarote

Die Saison 2016 habe ich von Beginn an als „Wiedereinstieg“ mit Wettkämpfen gesehen, wobei ich natürlich immer auf ein tolles Ergebnis, unter der Berücksichtigung der überstandenen schwerwiegenden Verletzung, gehofft habe. Somit stand für mich fest, dass ich nach der Heim-Europameisterschaft noch ein Rennen bestreiten wüde wollen und entschied mich für den nähesten internationalen Wettkampf, den Halbironman auf Lanzarote. Das Rennen auf der Insel ist bekannt für stark wehenden Wind und viele Höhenmeter, was als Erschwernis zu einem „normalen“ Halbironman noch dazu kommt.
Das für Profis neoprenfreie Schwimmen wurde pünktlich um 8 Uhr von den Profi-Damen und -Herren  in der Lagune des Club La Santas eröffnet. Meines Erachtens war mein Rückstand nach dem Schwimmen doch zu groß, was unter andrem auch daran lag, dass die schnell schwimmenden Damen die Möglichkeit hatten, mit den Herren mitzuschwimmen und das sorgte für ein höheres Tempo im Damenfeld. Somit absolvierte ich ziemlich alleine die 1.9km, unmittelbar nach der späteren drittplatzierten Spanierin.
Am Rad hieß es, sich die Kräfte vernünftig einzuteilen und mit „Kopf“ die Radstrecke zu absolvieren. Das meint, nie leichtsinnig zu sein, indem man den Lenker nicht zu 100% festhält, denn das könnte bei dem starken Wind fatale Folgen haben. Nach 33 km konnte ich die Führung übernehmen, jedoch gelang es der später zweitplatzierte Polin bis zum Ende des Berges (Tabayesco) wieder aufzuschließen. Der Führungswechsel war zum Glück nur von kurzer Dauer,  und ich konnte auf den folgenden 35 km einen Vorsprung von 3 Minuten herausfahren.
Nach einem anfangs guten Gefühl beim Laufen musste ich nach 5 km eine neue Erfahrung machen: Von einer Sekunde auf die andere fühlte ich mich plötzlich komplett leer und konnte keinen Schritt mehr laufen. In dem Moment konnte ich mir nicht vorstellen, überhaupt noch weitere 16 km zurückzulegen, geschweige denn, irgendwie zu überstehen – auch ein Rennausstieg war schon in meinem Kopf. Laut eines Fotografens schwankte ich und wirkte, als wäre ich im Delirium. An der nächsten Labestelle nahm ich gleich mehrere Gels mit Cola zu mir und nach nicht einmal einem Km konnte ich wieder wie zuvor laufen. Aus Panik, noch einmal einen derartigen Einbruch zu erleben, nahm ich für die restlichen Laufstrecke mit Sicherheit ein wenig zu viele Gels zu mir… Jedoch konnte ich mir dadurch ein großes Geschenk machen und das Rennen mit Vorsprung gewinnen.
Zur Regeneration gönnte ich mir noch 2 sonnige Tage auf der Insel, bevor es wieder nach Hause ging. Über den weiteren sportlichen Verlauf wird noch entschieden.
Bis bald,
Lisa
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