2. Platz Ironman Arizona

Für mein Saisonfinale einer bereits sehr zufriedenstellenden, geradezu genialen Saison 2014 hatte ich mir den Ironman Arizona ausgesucht. Da dieses Rennen erst am 16. November stattfand, war es doch ein wenig „riskant“, wenn man weiß, dass man sich die letzten 3-4 Wochen vor dem Rennen zu Hause in Österreich befindet und es natürlich schon Schnee geben kann, was fürs Training nicht gerade erfreulich gewesen wäre. Dem war Gott sei Dank nicht so und ich konnte mich gut auf mein letztes Rennen der Saison vorbereiten. Ich fühlte mich fit und stark, auch wenn schon mich eine langfristige Fußverletzung plagte und ich in der Hinsicht an meine Grenzen stieß. Mental bin ich ebenfalls reifer, entwickelter und zielorientierter in meine 3. Langdistanz gegangen – und jetzt – 1,5 Wochen danach – kann ich sagen, dass mich auch dieses Rennen wieder etwas auf der Ironman-Distanz gelehrt hat. Aber nun von Anfang an:

Aufgrund einer 8-stündigen Zeitverschiebung reiste ich schon 8 Tage vor dem Rennen nach Tempe (Flughafen Phoenix) an. Überglücklich war ich, dass ich meine guten Freunde Tom und Jef wiedersehen und bei ihnen wohnen konnte. Äußerst erfreut war ich von den warmen Temperaturen, die mich hier erwarteten. So war die Wettkampfstrecke schnell ermittelt. Die letzte Woche vor dem Ironman waren immer kurze Einheiten geplant, bis auf ein abschließendes Rad/Lauf-Training. Zum Glück durften wir im Rennen auf der Straße und nicht auf der stark verschmutzen “Bike lane“ fahren. Ansonsten verbrachte ich natürlich die Zeit mit Shopping, Ruhe und meinen (auch mit neu gewonnenen) Freunden.

Das Wetter am Wettkampftag war vergleichsweise relativ kühl und stürmisch (so wie ich es von daheim kenne…), also ganz anders, als es sich die Woche vor dem Rennen präsentiert hatte. Das Schwimmen im „Tempe Town Lake“ war lediglich am Tag vor dem Rennen für einen kurzen Zeitraum geöffnet, was mich aber nicht störte, denn eine österreichische Wasserqualität wies dieser Kanal beileibe nicht auf. Geschwommen wurde über eine Runde mit Neopren im 18 Grad kalten Wasser. Ich erwischte mein schlechtestes Schwimmen der ganzen Saison – Grund kenne ich dafür selbst noch keinen. Die Radstrecke führte über 3 Runde je 60 km. Ich wusste, dass ab der 2. Runde viele Athleten auf der Strecke sein werden und versuchte rasch an die Spitze zu kommen. Ich konnte zwar auf die Führende und spätere Siegerin Meredith Kessler anfangs Zeit gut machen, doch musste dann bald dem hohen Tempo Tribut zollen und fuhr ab dem Zeitpunkt dann doch lieber mein Tempo. Als 3. Dame wechselte ich dann zum abschließenden Marathon, fühlte mich sensationell und wusste, dass ich zu den stärksten Läuferinnen im Triathlon gehöre. Mit diesem Wissen lief es sich noch leichter, so dass ich ca bei KM 13 die vor mir liegende Heather Jackson überholen konnte. Auch mit der schnellsten Marathonzeit von 3.05 Stunden konnte ich die verdiente Siegerin Meredith Kessler nicht mehr einholen und sicherte mir den 2. Platz mit einer Zeit von 8:58:46 Stunden vor Heather Jackson.

Für mich persönlich war es ein perfekter Saisonabschluss und ich kann stolz und voller Freude auf eine grandiose Saison 2014 zurückblicken. Mit dem Sieg bei der Europameisterschaft, 3 Siegen bei IM 70.3 Rennen, einem 2. und 3. Platz bei Ironman-Bewerben konnte ich nun in meine verdiente Off-season gehen.

Gleich zurück von Arizona ging es für mich ins Spital, wo ich meine seit 1,5 Jahren verletzten Füße behandeln ließ. Lang war ich geplagt von Schmerzen, Therapien, Ratlosigkeit und Unsicherheit usw., wie ich meine Füße wieder schmerzfrei bekommen könnte und entschied mich dann zur Operation. Bereits 4 Tage nach dem Eingriff gehe ich schon wieder ohne Krücken, jedoch noch vorsichtig, aufgrund der geschwollenen Füße.

Jetzt heißt es fit werden und auf ein (noch) schnelleres Laufen 2015 zu setzen!

Bis bald, Lisa

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